• ALLTAGseinNach gut zwei Jahren Studium komme auch ich den Genuss von echter Wohnheim-Atmosphäre. Wohnen ja, heimelig nein, sag ich mal. Das Haus, in dem etwa 80 Leute leben, ist seit 01. September „bezugsfertig“. Das heist, wir sind die ersten die hier wohnen. Und bis auf drei Schweizer, die hier arbeiten, sind wir auch nur Internationals. Böse Zungen behaupten, die Zürcher wollten uns outsourcen und haben uns deshalb ein Wohnheim  am Stadtrand verpasst. Die meisten hier sind Deutsche, dicht gefolgt von Asiaten und Schweden. Gesprochen wird meist Englisch, bis sich wieder ein kleines Grüppchen deutscher Muttersprachler gefunden hat. Aber zurück zum „Bezugsfertigen“ Heim. Mein Zimmer ist zwölf Quadratmeter groß und kostet ungefähr 350€ im Monat. Es hat ein Bett, einen Schrank, einen großen Schreibtisch und ein Waschbecken. Das Wasser schmeckt allerdings ein bisschen komisch. Gerüchten zufolge (steht so im Mietvertrag) gibt es auch irgendwo Sonnenliegen, denn ich habe einen Balkon – ich wohne ganz oben. An der Decke ist ein Rauchmelder, ein Lüftungsding und ansonsten blanker Beton. Gänge und Treppenhaus: blanker Beton. Einige Duschen funktionieren noch nicht, aber daran wird immernoch fieberhaft gearbeitet. Irgendjemand sprach neulich von Bunkerästhetik. Für die Zimmer heist das eher Krankenhaus: weiße Wände (Anstreichen und bekleben verboten.), weiße Bettwäsche, weißer Vorhang. Eines der wichtigsten Ziele in den ersten Tagen (also abgesehen von der Wohnungsgenossenschaft wegen dem Mietvertrag und dem Kreisbüro wegen der Anmeldung) ist IKEA. Mancher kauft Wäscheständer (es gibt Trockner, aber viele mögen das nicht), andere Bügelbretter. Ich eine Tagesdecke und ein Blümchen, damit ein bisschen Farbe reinkommt. Alles hier ist von IKEA, außer der Einbauschrank, der jeweils in der Farbe der Zimmertür gehalten ist, manche sind grün, manche blau, andere rot, meiner gelb. Auch in der Küche alles IKEA. Leider gibt es weder Wasserkocher noch Kaffeemaschinen, sodass jeder, der ein Heißgetränk möchte, gezwungen ist, eine der Induktionsherdplatten anzuschmeißen. Die sind aber schnell. Backöfen gibt’s auch nicht, nur Mikrowellen. Dafür aber zwei Schnellkochtöpfe. Meistens kochen die Chinesen und Inder, bei den Deutschen gibt’s fast nur Nudeln oder Brot und Salat. Impressions of the Bunker:



One Response to “Bunker-Aesthetics”  

  1. 1 Andrea

    Schöne Großküchenatmosphäre da. Sieht sehr nach Massenabfertigung aus. Auch die Waschmaschinen. Sehr schön, aber ansonsten sieht’s doch ganz okay aus. Im Übrigen ist das doch auch nett, wenn das Wohnheim nicht schon runtergekommen ist. Ist mal was Neues.


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