Amélie singt
• MUSIKsein • Mit Damien Rice ist zwar gut Musikmachen, aber Kirschen essen ist jetzt out. Bereits 2007 verließ darum seine begabte Mitmusikerin Lisa Hannigan die Band. Endlich endlich hat es nun gereicht für ein ganzes Soloalbum, dass sich sehen (also hören) lassen kann. Zwar haben die eingängigen Frühlingsmelodien nicht viel mit dem zu tun, was sie in der Band um Rice zum besten gab. Dabei herausgekommen ist aber dennoch ein frühsommerliches Hörvergnügen. Auf Abwegen, aber nicht abwegig.
Vom Opener „Ocean And A Rock“ bis zum Schlusslicht „Lille“, welches auch die erste Single ist, überrascht Hannigan auf Sea Sew mit songwriterischem Einfühlungsvermögen, dass sich in keiner Weise hinter dem großen Damien Rice verstecken muss. Erstaunlich kraftvoll kommt sie daher in „Venn Diagram“ und auch bei „Keep it all“. Die Harmonien changieren zwischen regnerischem Aprilwetter, wie bei „Sea Song“, und „Splishy Splashy“-Kaffee-und-Kuchen-auf-der-Hollywoodschaukel. Die Fülle an Instrumenten und Geräuschen vom Cello übers Glockenspiel wirken an keiner Stelle überladen. Spätestens bei „I don’t know“ möchte man im Sommerrock durchs Zimmer tanzen, noch besser aber barfuss über grüne Wiesen.
Mein Favorit ist das melancholische „Pistachio“. Hier finden sich noch die größten Anklänge an die Zeit mit Rice, die Lyrics sind gewohnt voll von Bildern und Metaphern. Leider gibt es bei youtube kein schönes Video dazu, darum schaut einfach in die Singel „Lille“ rein, auch wenn sie nicht zu den absoluten Spitzentiteln des Albums zählt.
Wenn Amélie singen würde, sie klänge wie Lisa Hannigan. Im Moment unterstützt sie Jason Mraz auf seiner US-Tour im Vorprogramm. Zur offiziellen Homepage
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Tags: Musik, Damien Rice, Lisa Hannigan, Singer-Songwriter, Frühling, Folk


Name: Hendrikje Grunow


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