In Memoriam

13Okt08

• WIRsein Jörg Haider ist tot. Der österreichische Rechtspopulist kam in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei einem Autounfall ums Leben. Während die meisten Medien sich mit einer Aufzählung seiner Verletzungen begnügen, oder, noch schlimmer, sich bei beschönigenden Personenbezeichnungen die Klinke in die Hand geben, findet man ganz selten auch ein paar Menschen, die (trotzdem nicht polemischen) Klartext reden. Jörg Haider war eine Persönlichkeit, er prägte das Bild von Österreich und er bahnte dem Faschismus einen neuen Weg in die Köpfe, in die Gesellschaft, ins Rampenlicht. Von einem Glücksfall braucht dennoch niemand zu sprechen, seine politischen Botschaften hin oder her, man freut sich nicht über den Tod eines Menschen. Glücksfall höchstens, dass Fremdeinwirkung ausgeschlossen werden kann: Spekulationen und Verschwörungstheorien brächten weder Österreich, noch seine Linke (oder Rechte) weiter. Haider ist tot, er hinterlässt eine Lücke, die es schwierig sein wird, zu schließen. Kein anderer österreichischer Politiker verfügt derzeit über soviel Charisma. Es wird sich zeigen, ob der (zweifelhafte) Verlust die Österreicher zum Aufwachen bringt, oder zum noch tieferen Versinken im Zulauf zu den rechten Parteien.



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