Die Kahlo

12Mai08

• BELESENseinEine stille Biografie? Was soll das denn sein? Und, was bringt das?

Nun, sie lässt die Beschriebene, Frida Kahlo nämlich, selbst zu Wort kommen. Ohne das diese jedoch selbst geschrieben hätte. Raquel Tibol hat nur durch Briefe, Notizen und Telegramme der mexikanische Ausnahmekünstlerin ein Werk herausgebracht, dass mit den gängigen Traditionen einer Biografie bricht. Einzig Frida kommt zu Wort, und erzählt, was sie bewegt.

Wer weiß, dass Frida durch einen schweren Busunfall Zeit ihres Lebens gesundheitliche Probleme vor allem mit Wirbelsäule und Fuß hatte, und keine Kinder bekommen konnte, und wer den Film “Frida” mit Salma Hayek kennt, ist gut beraten.

Denn auch wenn Frida über ihr Leben, ihr Leiden und ihre Lieben schreibt, so bleiben einem doch, oder gerade deshalb die großen Zusammenhänge verborgen. Man lernt Frida kennen, nicht ihr Leben.

Es begeistert vor allem die Sprache der Malerin, deren Stil stark durch den Unfall beeinflusst wurde. In ihren Werken verbindet sie Surrealismus mit mexikanischer Folklore und autobiografischen Elementen und einer barocken Maltechnik. Ihre Worte wählt sie “mit dem Herz auf der Zunge, in einer freimütigen, phantasievollen Sprache.”, so die Herausgeberin. 

Frida Kahlo
“Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je”
SchirmerGraf, 2004, 23,99 Euro (amazon.de)
ISBN 978-3-86555-048-4



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