Bring Tibet ins Spiel
• AKTIVsein • Trotz der immerwährenden Kritik an der VR China in bezug auf andauernde Menschenrechtsverletzungen ist Peking Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008. Mehr dazu auch bei furchtlos.
Die Region Tibet ist doppelt betroffen: Seit über 50 Jahren besetzt, sind Grundrechte wie Religionsfreiheit, Freizügigkeit und Meinungsfreiheit natürlich nichts als fromme Wünsche. Die tibetische Kultur wird unterdrückt und zerstört, die traditionelle Landwirtschaft ruiniert und ca. 1,2 Mio Menschen sind seit der Besetzung an direkten und indirekten Folgen gestorben. Für die Tibet Initaitive Deutschland ist der Boykott der Spiele dennoch keine Option.
So startete im Mai 2007 die Initiative „Bring Tibet to the Games 2008″, mit der ein eigenständiges Tibetisches Team zu den Olympischen Spielen entsendet werden sollte. Gegründet im August 2007, bewarb sich das Nationale Olympische Komitee (NOK) Tibet bei der IOC um die Teilnahme am Wettkampf. Das Sportlerteam besteht aus 30 Exiltibetern, verstreut über den gesamten Globus, die alle am 8. August 2008 unter tibetische Fahne ins Stadium in Peking einlaufen möchten. Auf der Seite www.supportteamtibet.org kann man sich als Unterstützer registrieren.
Dennoch gab es eine Absage. Das IOC beschloß ausgerechnet am Tag der Menschenrechte, Team Tibet nicht als Mannschaft zuzulassen. Unterstützung durch deutsche Sportvereine blieb verwehrt, mit der Begründung, man sei unpolitisch. Das IOC selbst begründetet die Entscheidung damit, dass Tibet kein souveräner Staat ist. Auf ihrer Homepage betonen sie jedoch, auch „unabhängige Territorien, Nationengemeinschaften, Protektorate und geografische Gebiete“ anzuerkennen. Die Tibet Initiative Deutschland vermutet, dass sehr wohl politische Motive eine Rolle spielen.
Seit der offiziellen Absage konzentriert man sich darauf, wenigstens im Bewusstsein der Offentlichkeit zu bleiben. Geplant sind große Protestaktionen bei Übergabe der Olympischen Fackel unter anderem in London, Paris, Mumbai und San Francisco sowie ein weltweiter Tibetischer Fackellauf und die Tibetischen Olympischen Spiele im Mai 2008 in Dharamsala. Nächstes Ziel: 2012 London!
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Tags: Begegnungen, Demo, Menschenrechte, Olympia, Politik, Sport, Team Tibet, Tibet Initiative Deutschland, ungerecht


Name: Hendrikje Grunow


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