He’s lost Control
• GESPANNTsein • Was tut man nicht alles für den Liebsten! Beispiel: Man geht in einen Kinofilm über den Sänger einer Band deren Musik man nicht besonders mag.
Englische Tristesse der 70er, ein paar Drogen und eine junge Liebe sind Ausgangspunkt für diese Besser-Soap, die nur wegen ihrer Schwarz-weiß-Verfilmung seriös daher kommt. Und dann schaue ich geschlagene 125 Minuten einem Mann bei seinem Egotrip zu. Wie man so rücksichtslos sein kann, wird mir ein Rätsel bleiben. Weil er mit der Schnecke schlafen will, erzählt er was von Heirat. Später braucht er Geld und erzählt was von Kindern. Und als das große Geschäft mit der Musik los geht, stellt er fest, dass ihm das jetzt doch alles zu viel ist. Statt dessen knutscht er mit einer anderen und erzählt seiner Frau, sie soll ihn nicht verlassen. Und dann schreibt er noch wie zum Hohn einen Song auf sie, da heist es „She’s lost control…“ – Wer da die Kontrolle verloren hat, bitte ich nochmal zu überdenken. Dann krieg er auch noch Epilepsie, ich denke mir, lange kann es ja nicht mehr dauern, man weiß: er hat sich mit 23 Jahren das Leben genommen. Und rücksichtsvoll, wie er ist, erhängt er sich in der Waschküche seiner Frau, nachdem die die Scheidung verlangt hat. Zwischendurch gibt es ein paar nette Anekdoten, und eben ganz viel Musik von Joy Division. Ach ja, und ein paar pseudophilosophische Phrasen, die man wegen der allzu jungehaft-pubertären Synchronstimme wirklich nicht ernst nehmen kann.
Und am Ende stellt sich raus, dass die Musik noch das Beste am ganzen Film war. Gott sei Dank sieht mein Liebster wenigstens das genauso.
Filed under: freithema | 3 Comments
Tags: agressiv, Control, Depression, Film, Ian Curtis, krank, Musik


Name: Hendrikje Grunow


Die Stimme ist im englischen Original wirklich bedeutend weniger lächerlich als deutsche Fistelding. Die müssen doch bei der Besetzung der Synchronsprecher auch bedenken, dass man der Stimme auch abnehmen muss, dass sie das singt.
Glück gehabt! Ich hatte schon befürchtet, wir müssen uns streiten…