Das Gefühl vom eisernen Vorhang
• ALLTAGsein • Noch fünf, noch vier, drei, zwei, eins. Morgen geht es wieder los. Bleiern fallen meine Finger auf die Tastatur bei den Lettern A-L-L-T-A-G. Um sechs klingelt morgen der Wecker. Ich will mich nicht beschweren, nicht über das Weckerklingeln jedenfalls, das wird im Laufe der Woche ohnehin immer später. Aber morgen beginnen die sechs Wochen, meine ganz persönliche heiße Phase, ein Essay, zwei Referate, zwei Klausuren, drei Hausarbeiten. Bis dahin findet man mich (jetzt, wo ich das lange genug aufgeschoben habe) wohl immer arbeitsam in den Bibliotheken, mit rauchendem Kopf und immer hoffend, dass wenigstens der Wechsel klappt und ich nicht noch ein halbes Jahr vor mich hin vegetiere in Vorlesungen und Seminaren eines Faches, dass ich zukünftig aus meinem Wortschatz streichen werden. Deshalb werden die letzten Wochen noch ein mal besonders hart, ein Essay und eine Klausur gehen auf das Konto Sozial- und Kulturanthropologie, damit verbringe ich acht meiner 22 Semesterwochenstunden und mit diesen Texten ringe ich den Rest meiner freien Zeit: Lesen – nicht lesen, lesen – nicht lesen. Das ist hier die Frage…
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Tags: Alltag, Depression, Ethnologie, Studienfachwechsel, Uni, Universität, Vorsätze, Wecker


Name: Hendrikje Grunow


Na dann hoff ich mal, dass dich unser alter (oder aller?) Freund ‘Prokrastination’ nicht überfällt. Leide mit dir und drücke Däumchen.
In meinem Kopf pocht schon den ganzen Tag eine Stimme, die sagt: „Hallo, mein Name ist Alltag. Willkommen zurück!“ Das erste Referat des Jahres habe ich gerade hinter mir. Morgen das nächste. Wird schon.