Sommer auf Rezept
• MUSIKsein • Man nehme: etwa sieben Stunden Sonne, eine große Schüssel Eiscreme, frisches Obst nach Wahl, mindestens zwei Liter Wasser, eine Decke, ein Stück Wiese eine Gitarre und nette Menschenstimmen, fertig ist der perfekte Sommertag. Für musikalisch nicht so Begabte, oder Faule hier ein paar Alternativen:
Jack Johnson geht immer, zu allem. Der Sommersong schlechthin ist da schwer ausfindig zu machen. Ich empfehle das ganze Album “In Between Dreams”.
Heather Nova steuert auch gleich ein ganzes Sommeralbum bei: South. Schon das Cover schreit nach Strandhaus.
Wenn die Sonne langsam untergeht: Keren Ann mit “Not going anywhere”.
Und schließlich für die coole Clubnacht: Morcheeba mit “Trigger Hippie”.
Und wer muss auf euren Sommersoundtrack?
Tags: Sommer, Sonne, Sonnenschein
Die Kahlo
• BELESENsein •Eine stille Biografie? Was soll das denn sein? Und, was bringt das?
Nun, sie lässt die Beschriebene, Frida Kahlo nämlich, selbst zu Wort kommen. Ohne das diese jedoch selbst geschrieben hätte. Raquel Tibol hat nur durch Briefe, Notizen und Telegramme der mexikanische Ausnahmekünstlerin ein Werk herausgebracht, dass mit den gängigen Traditionen einer Biografie bricht. Einzig Frida kommt zu Wort, und erzählt, was sie bewegt.
Wer weiß, dass Frida durch einen schweren Busunfall Zeit ihres Lebens gesundheitliche Probleme vor allem mit Wirbelsäule und Fuß hatte, und keine Kinder bekommen konnte, und wer den Film “Frida” mit Salma Hayek kennt, ist gut beraten.
Denn auch wenn Frida über ihr Leben, ihr Leiden und ihre Lieben schreibt, so bleiben einem doch, oder gerade deshalb die großen Zusammenhänge verborgen. Man lernt Frida kennen, nicht ihr Leben.
Es begeistert vor allem die Sprache der Malerin, deren Stil stark durch den Unfall beeinflusst wurde. In ihren Werken verbindet sie Surrealismus mit mexikanischer Folklore und autobiografischen Elementen und einer barocken Maltechnik. Ihre Worte wählt sie “mit dem Herz auf der Zunge, in einer freimütigen, phantasievollen Sprache.”, so die Herausgeberin.
Frida Kahlo
“Jetzt, wo Du mich verläßt, liebe ich Dich mehr denn je”
SchirmerGraf, 2004, 23,99 Euro (amazon.de)
ISBN 978-3-86555-048-4
Tags: Biografie, Frida Kahlo, Raquel Tibol
Noch mehr Streetart?!
Tags: Stargarder Strasse
Freiräume
• WIRsein • Ab in die Subkultur! Von 07. Mai bis 17. Juni läuft die Veranstaltungsreihe für die sofortige Rückführung alternativer Kultur nach Prenzlauer Berg und MItte von PIMP. Unter dem Motto “Anarchie ist machbar, Frau Nachbar” wird mit einem vielfältigen Kulturprogramm gezeigt, dass es Alternativen zum Mainstream-Einerlei gibt, abseits der üblichen Marktmechanismen. Die Bedrohung alternativer Wohn- und Kulturprojekte durch Modernisierung und Sanierung von Altbauten und der damit verbundenen Mietsteigerung machen den Interessenkonflikt deutlich: Je kleiner und schicker die Wohneinheit, desto höhere Einnahmen für die Eigentümer. Für Lebensentwürfe abseits von 1-3ZimmerKücheBad und Gewerbe- und Gastronomiebetriebe die nicht, oder nicht ausschließlich am Gewinn interessiert sind, wird es dann jedoch zu teuer.
Diese selbstorganisierten Freiräume, wie sie zum Beispiel das Café Morgenrot, die BAIZ, der Schokoladen und das Orphtheater darstellen, sollen während der Aktionstage erkämpft und verteidigt werden. Denn sie bilden (im Idealfall - man kocht auch nur mit Wasser…) kleine Oasen frei von Raubtierkapitalismus, Rassismus, (Hetero-)Sexismus, frei von Vorurteilen und Berührungsängsten. Frei für jeden, eben. Konzerte, Parties, Ausstellunge, Filmabende, Lesungen, Theater etc. werden unentgeldlich organisiert, oder finanzieren den Lebensunterhalt der Kollektivbetriebe. Respektvoller und achtsamer Umgang ist deshalb oberstes Gebot.
Einige Highlights aus dem Programm:
Mittwoch, 14.05. Was tun wenn’s brennt… Spätvorstellung, 24h Bandito Rosso.
Donnerstag, 15.05. Vortrag Alexander Klose (FU Rechtswissenschaft): Gesicherte Freiheit? Eine rechtssoziologische Bestandsaufnahme der Entwicklung innerer Sicherheitspolitik in Deutschland nach 1945, 20h ausland.
Mittwoch, 21.05. Kunst= Politik. Über die Identität der Begriffe, 21h k77naturheilpraxis.
Samstag, 24.05. Workshop: Brotaufstriche, 15.30h k77hofküche.
Donnerstag, 05.05. Here comes the sun, 21h ausland.
Sonntag, 08.06. Jeder geschlossene Raum ist ein Sarg, Diskussion und Beginn einer (Selbst-)Kritik an Freiräumen, 19.00h kastanienkeller.
Das große Finale: Samstag, 14.06. SUBCULTURE POKAL - Das legendäre Fußballturnier im Mauerpark, Teams (5+1) bitte anmelden unter info@kvu-berlin.de, 13h Mauerpark.
Tags: Freiräume, PIMP
E(ga)lité?
• BELESENsein • “Obwohl es ja nur eine Recherche war, entwickelte ich plötzlich den Ehrgeiz, diesen Auswahltest um jeden Preis zu schaffen. Am Ende hielt ich einen Vertrag in der Hand. McKinsey bot mir 67.000 Euro Einstiegsgehalt und einen Dienstwagen - meine Eintrittskarte in die Welt der Elite.”
Sie sagte trotzdem “Nein”. Der Begriff der Elite allerdings ließ Julia Friedrichs nicht mehr los. Und so machte sich die 25-Jährige auf die Suche nach den Kaderschmieden der “Mächtigen von morgen” . Ihre Suche führte sie zur European Business School in Oestrich-Winkel, an die Bayerische Elite-Akademie, zum Maximilianeum, zu den FasTracKids und den Kindergarten Villa Ritz. Sie besuchte die Internate Schloss Neubeuern und Salem, die Otto-Beisheim School of Management und Harvard.
Antworten auf die Frage, was Elite ist, wer Elite ist und was Elite ausmacht, hat sie viele gefunden. Sie verheißen nicht immer eine rosige Zukunft. Manche machen Hoffnung, sprechen von Verantwortung für andere und besonderem Engagement und Leistung. Andere wiederum orientieren sich einzig an Herkunft, Macht und Kapital.
“Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich den mit 67.000 Euro dotierten McKinsey-Vertrag abgelehnt hatte, waren sie nicht gerade glücklich. Für den Traum von der festen Anstellung hätte mein Vater, der Sozialdemokrat, offensichtlich nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn seine Tochter sogar bei den Turbokapitalisten, die auch er stets kritisiert, angeheuert hätte. (…)
Haben sie schneller als ich begriffen, dass man in einer Zeit, in der man wieder mehr um die materielle Existenz bangt, solche Ideale vergessen sollte, sobald sie die Karriere behindern? Aber welchen Wert haben Ideale, die man sich je nach Lage der Dinge leistet oder nicht, als wären sie luxoriöse Accessoires? War der Wunsch nach Gerechtigkeit, den ich für Konsens hielt, vielleicht nur Attitüde in einer Zeit, die dies zuließ?”
Julia Friedrichs
“Gestatten: Elite. Auf den Spuren der Mächtigen von morgen.”
Hoffmann und Campe, 2008, 17,95 Euro (amazon.de)
ISBN 978-3-455-50051-6
Tags: Elite, Julia Friedrichs, McKinsey





Name: Hendrikje Grunow

